Einst und einmal

Einst
puhlte ich mit kleinen Fingern
Dreck aus Holzbodenfugen.
Einst
sprang ich im Hinterhof in Wasserpfützen,
spritzte Schlamm aufs weiße Hemd.

Einst küsste ich, einst lachte ich,
einst liebte ich,
einst
brach so oft mein Herz.

Einst
stand ich aufrecht dort im Sturm
und suchte einsam meine Tränen.
Einst gelang mir viel und manchmal wenig,
doch stets genug um weiter meinen Weg zu gehen.

Vielleicht
wird es einmal
sein wie einst,
als ich noch keinen Schritt gewagt,
als ich noch heimlich Äste brach,
um Pfeil und Bogen mir zu bauen,
als mir so manches Wort noch fehlte
für sündige Gedanken.

Doch einmal dann
wird einst
vergangen sein und nichts
wird mehr geschehen –
einmal.

So komm,
wirf mir das Leben zu,
lass in den Wind uns spucken,
lass uns mit Krücken tanzen, denn
einmal
wird
einst
vergangen sein
und nichts wird mehr geschehen –
einmal.

© Rolf Höge