Aber die Fischsuppe.

Aus Gräten und Reste Schwarm jeden Fisches Und Meeressalz. Mit kleinen Kügelchen Festen Hautteilchen Von Plastikflaschen Und Plastiktüten. Aber die Fischsuppe. Aus Schuppen und Bein Fischkopf und Schalen Der Meeresfrüchte. Aus Cocktail-Gewürzen synthetischem Dünger Waschmittelbläschen Diskreten Spuren der Exkretion. Aber die Fischsuppe. Aus Drachenkopf und Aal Seeteufel und Miesmuscheln Mit Knoblauch Zwiebeln und Safran. Dazu … [weiterlesen …]

Automobiles Diptychon (1.Teil)

Kreuzung So, als säß‘ er im Sattel Schwarzpolierten Hengstes, Rollt der forsche Turbo ihn Im Sport- und Freizeit-Vehikel Aufgeladen zur Kreuzung. Rotlicht gebremste Natur, Koppel auf offener Straße, Sein maskuliner Reiter liebt Das Wiehern der Motoren, Atemlose Wildnis. Ihr neu-modelliertes Coupé, Feminin gestylt, schießt Wie ein silbermetallischer Pfeil Auf Rastloser Spur heran und hält Neben … [weiterlesen …]

Letzte Gewissheit

Die Wände sind kahl, die Tage gezählt. Das Essen schmeckt fade, dünn der Kaffee, Der auf dem Tablett Vor dem Pflegebett steht. Homogenisierte H-Milchstraße Belegt den Tassenrand. Die Zunge badet nur noch lau, Spült hinunter mit den Pillen Den Schaum der Erinnerung. Das Grün versprengter Phantasie Schönt den Katarakt im trüben Blick Der Linsen Grau. … [weiterlesen …]

Automobiles Diptychon (2. Teil)

Anschauung Schön, denkst du, Ein weißes Cabriolet Im offenen Visier Vor dem Rotlicht An der Kreuzung – Just neben dir. Gut, denkst du, Fußgänger-Ampel, Sie leuchtet dir Grün, Könntest lockeren Schritts Die Straße jetzt hinüber gehn – Du bleibst vor dem weißen Cabrio stehn. Schwarzes Polster Cocova, Wohltemperiert, Hinter dem Steuer Dame mit strohblondem Haar, … [weiterlesen …]

Ein Hauch von Normalität

Ende 2015 wurden die bei der Kinder- und Jugendbibliothek der Stadt Mannheim ehrenamtlich tätigen Vorlesepaten angefragt, ob sie sich vorstellen könnten, bei der Betreuung der Kinder in den Flüchtlingsunterkünften mitzuhelfen. So bin ich zum Feudenheimer Flüchtlingsforum und nach Spinelli gekommen. Nach kurzer Vorbereitung begann mein Einsatz dort im Februar 2016. Zu zweit oder zu dritt … [weiterlesen …]

Regen am Meer

Die Luft ist schwül an diesem Morgen Der Wind spielt mit dem Wasser Weiße Kronen auf dem Kamm der Wellen Wolkenhaufen türmen sich Boote schaukeln hin und her Surfer suchen Küstennähe Am Abend tobt der Sturm fegt durch die Pinienkronen Möven flüchten sich in Felsennischen Eine Krähe krallt sich am Geländer fest Wer noch draußen … [weiterlesen …]

Bei Cigaro

Bei Cigaro am Sentier Littoral in der flirrenden Hitze eines Julitages sehe ich dich wieder du breitest deinen grünen Schirm über Steine, Weg und Ufer spendest kühlenden Schatten Sonnenpartikel dringen durch filigranes Geäst zeichnen Muster auf die Erde deine Krone zum Meer geneigt flugmüde Möven rasten ich suche deine Nähe, Mutter Pinie mein Ohr an … [weiterlesen …]

Schlaf

Atemlos regiert die Zeit, die Menschen stets zur Eile treibt. Sie frisst sich fett an ihrem Eifer, geilt sich auf an Gier und Geifer, bis sie prall vor Lust pulsiert, ihr feister Leib schier explodiert und sie geschwind ein Kind gebiert. Ein Mädchen, ganz aus Fleisch und Blut, das gleich der Mutter niemals ruht, bald … [weiterlesen …]

Bis auf weiteres…

Die Spitzen der Politik hatten sich wieder einmal versammelt, um erneut über das weitere Vorgehen in der Flüchtlingsfrage zu verhandeln. Aber wie schon bei früheren, hartnäckigen Debatten war das Treffen auch diesmal ohne nennenswertes Ergebnis verlaufen und ein gemeinsames Vorgehen zum x-ten Mal auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben worden. Der protestierende Verhandlungsteilnehmer kehrte frustriert in seine … [weiterlesen …]

Manchmal

Manchmal lass’ ich meine Augen reden, denn sie sagen ohne Worte was durch Sprache nicht zu hören ist. Manchmal rufen meine Augen still und wortlos in die Nacht. Und als Antwort kommt die Ruhe – Quelle ungeahnter Kraft. Manchmal lachen meine Augen voll Vertrauen in den Tag und ich spüre, fühle, lebe – ohne Worte … [weiterlesen …]