Wilder Willi

Der wilde Willi, forsch und wild, will in der Wildnis Wild erlegen. Da kommt dem Willi sehr entgegen, die Wildnis, nebenan gelegen. Das Windchen lau, die Sonne mild, doch ausgeflogen Willis Wild. Die Wildnis leer, es scheint geplant: das Wild hat sich den Weg gebahnt und nutzt trotz Willis Jägerdrang, nun amüsiert den Notausgang.

Es gibt nichts zu reden

Sprache und Musik Akkord von CNC Automaten Drehmaschinen Metall Zerspanung Abfall Drehen fräsen bohren Schleifen Gedanken Stromausfall überall Generatoren elektrisieren Drehmeißel computerisieren Hominide Kraft als Geißel Industrieller Werkbänke Pausen Getränke Es gibt nichts Zu reden. Veröffentlicht in „Gedichte zur Arbeitswelt – Die Firma dankt“ – Gesellschaft für Lyrik Leipzig, 2016

Hautnah

Im gemütlichen Sessel sitzend schaue ich erschüttert auf das, was sich derzeit in der Welt abspielt. Scheinbar weit weg, doch durch das Fernsehen in meine unmittelbare Nähe gebracht – nur drei Meter von mir entfernt. Drei Meter von mir entfernt kämpfen Menschen, in völlig überfüllten Schlauchbooten treibend, mit Meereswellen um ihr Leben. … kauern Menschen, … [weiterlesen …]

Der DGB-Mai

Und weil der Mensch ein Mensch ist, ist er von Spaß und Lust besessen, nicht nur die Stiefel im Gesicht, nein, rasend schnell wird auch vergessen, wer gekämpft, geblutet hat, wir sind ja satt, so satt, so satt. So wird aus einem Kampfgelag‘ mal schnell ein netter Ausflugstag, mit Häppchen hier und Häppchen da, denkt … [weiterlesen …]

10 Jahr gereifte Spätlese

Für Angela Wendt Stufe um Stufe Stieg in den Keller ich hinab Und suchte dort Gereiften Wein. Flasche um Flasche Nahm ich aus dem Ton-Regal Und griff zuerst Den jungen Wein. Kiste um Kiste Vino-Sesam öffne Dich! Befreit seist du Von Dunkelheit. Da las ich auf dem Etikett Den Jahrgang von 2006 Ein Wein mit … [weiterlesen …]